Symbolfoto: Ein Fischerboot liegt bei Sonnenuntergang in einem Jachthafen. Foto: Stefan Sauer/dpa

Ein türkisches Fischerboot wurde von griechischen Sicherheitskräften mit Gummigeschossen angegriffen. Das Boot sei in das griechische Meer eingedrungen. 

In der östlichen Ägäis ist es zu einem Zwischenfall zwischen türkischen Fischern und der griechischen Küstenwache gekommen. Wie der griechische Staatssender ERT am Mittwoch unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, drang ein türkisches Fischerboot am Dienstagabend in griechische Gewässer ein, um dort zu fischen.

Die griechischen Polizisten forderten es demnach zum Verlassen der Gewässer auf, woraufhin die Fischer versuchten, das Patrouillenboot zu rammen. Daraufhin hätten die Griechen auf das Fischerboot geschossen, das dann in Richtung türkischer Küste abgedreht sei. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Kreisen der Küstenwache handelte es sich um Gummigeschosse.

Fischer verletzt

Die türkische Küstenwache teilte mit, bei dem Vorfall sei einer von zwei Fischern auf dem Boot leicht am Bein verletzt worden. Sie verurteilte das Vorgehen scharf. Das Schießen auf „wehrlose Fischer“ sei inakzeptabel und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei ist aktuell wieder angespannt. Ein Streitpunkt ist die Stationierung von Militär auf griechischen Inseln wie Rhodos, Lesbos, Kos und Samos. Die Regierung in Athen begründet dies mit zahlreichen türkischen Landungsbooten, die gegenüber an der türkischen Küste lägen und eine Bedrohung darstellten. Ungelöst bleiben zudem die Konflikte der Nachbarländer um Erdgas in der Region und um die geteilte Insel Zypern.

Rohstoff-Gespräche werden fortgesetzt

Vertreter Griechenlands und der Türkei sind erneut zu Gesprächen über den Streit um Rohstoffe im östlichen Mittelmeer und in der Ägäis zusammengekommen. Die Beratungen am Dienstag in der griechischen Hauptstadt Athen wurden von neuen Spannungen begleitet: Die Regierung in Ankara stellte zuletzt die Zugehörigkeit zahlreicher bewohnter Inseln wie Rhodos, Lesbos, Kos und Samos zu Griechenland in Frage.

Experten beider Länder gehen davon aus, dass die Gespräche kaum eine Chance auf konkrete Erfolge haben. Vielmehr stellen die Treffen eine Art Sicherheitsventil dar: Im Rohstoff-Streit standen die beiden Nato-Mitglieder 2020 kurz vor einem militärischen Konflikt. Der diplomatische Austausch soll dazu dienen, dass der Kontakt zwischen den Nachbarn nicht abreißt, falls die Situation erneut eskaliert. Die Gespräche waren nach langer Unterbrechung im Jahr 2021 erst durch Vermittlung Deutschlands wieder aufgenommen worden.

dpa/dtj