Der AKP-Abgeordnete Aydın Ünal hat den oppositionellen Medien in der Türkei offen gedroht. In einer Fernsehsendung des Senders A Haber sagte Ünal, dass die Regierung nach den Wahlen am 1. November gegen oppositionelle Zeitungen wie Sözcü, Cumhuriyet, Hürriyet und Zaman vorgehen werde. Ünal wörtlich: „Nach dem 1. November werden wir diese Zeitungen auf jeden Fall zur Rechenschaft ziehen.“

Der AKP-Politiker war früher Erdoğan-Berater sowie Redensschreiber des aktuellen türkischen Staatspräsidenten.

Auf die Frage, warum jetzt nichts unternommen werde, sagte Ünal: „Zur Zeit gibt es von außen einen großen Druck auf die Türkei. Es heißt dann, dass in die Pressefreiheit eingegriffen werde. Jetzt sind wir noch nicht in einer bequemen Situation. Aber nach dem 1. November werden sie alle zur Rechenschaft gezogen.“

Erst am heutigen Mittwoch waren die am Montag unter staatliche Zwangsverwaltung gestellten TV-Sender Bugün TV und Kanaltürk abgeschaltet worden. Zuvor hatten die Mitarbeiter fast 12 Stunden lang dem Druck der Polizei standgehalten und weiter gesendet.