Der türkische Sportminister Mehmet Muharrem Kasapoğlu (r.) besucht nach dem Angriff Mehmet Büyükekşi, seit Juni 2022 Chef des Türkischen Fußballverbandes. Foto: TFF

Der türkische Fußball kommt nicht zur Ruhe. Zwei alkoholisierte Männer sollen mit Maschinengewehren auf das Hauptgebäude des türkischen Fußballverbandes (TFF) geschossen haben. Sie wurden wenige Stunden später festgenommen.

Der Übergriff ereignete sich laut TFF am Donnerstag während einer Vorstandssitzung. Eine oder mehrere unbekannte Personen hätten den „Angriff“ auf den Sitz im Istanbuler Stadtteil Riva verübt, hieß es. Geschossen sei von einem Bach aus, der sich hinter dem Gebäude befindet. Der Vorstand tagte in diesem Moment. Verletzt worden sei niemand.

Die Nachricht schlug auch im Ausland hohe Wellen. Die Fußballverbände FIFA und UEFA, in denen der TFF Mitglied ist, verurteilten den Angriff scharf. Der Welt- und der Kontinentalverband bezeichneten die Attacke in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag als einen „abscheulichen Anschlag“.

Mutmaßliche Täter gefasst

Bereits wenige Stunden nach der Tat teilte der türkische Innenminister Süleyman Soylu mit, dass Sicherheitskräfte „die Täter in kürzester Zeit gefasst“ hätten. Die Generalstaatsanwaltschaft hat laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ermittlungen eingeleitet. Man habe elf leere Patronenhülsen gefunden, zitierte Anadolu den Innenminister am Freitag.

„Wir sind sehr erleichtert, dass keine Verletzten zu beklagen sind, und erschüttert, dass gewisse Personen immer noch zu solch unmenschlichen Taten fähig sind“, hieß es in der Erklärung von FIFA und UEFA weiter: „Gewalt darf in keiner Weise toleriert werden.“ Ob es ein geplanter Angriff war, ist noch unklar. Laut „NTV Spor“ soll einer der Verdächtigen bei seiner Vernehmung gesagt haben, dass er in die Luft habe schießen wollen und keine Absicht vorliege. Die Behörden haben bei den Verdächtigen laut eigenen Angaben eine große Menge an Schießwaffen sichergestellt.

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