16.03.2022, Champions League, Achtelfinale, Rückspiel, OSC Lille - FC Chelsea, Stade Pierre-Mauroy. Burak Yılmaz von Lille schießt einen Elfmeter und das Tor zum 1:0. Der türkische Nationalspieler spielte durch, konnte aber das Aus seines Teams nicht verhindern. Foto: Michel Spingler/AP/dpa

Die wirtschaftliche Drucksituation blendet der FC Chelsea so gut es geht aus. Die Blues gewinnen gegen OSC Lille und ziehen ins Königsklassen-Viertelfinale ein.

Immerhin sportlich läuft es nach Plan. Als der FC Chelsea den Einzug ins Viertelfinale der Champions League perfekt gemacht hatte, atmete nicht nur Thomas Tuchel tief durch. „Wir haben Widerstandskraft und Mentalität gezeigt, um über die Schwierigkeiten hinwegzukommen“, sagte der 48-Jährige nach dem 2:1-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel beim OSC Lille (Hinspiel 2:0). „Wir ermutigen die Spieler. Es fühlt sich so gut an, dass wir immer noch positive Ergebnisse erzielen können. Ich bin stolz.“

Dabei bleibt die Lage bei den Blues nach den harten Sanktionen durch die britische Regierung extrem angespannt. Während die Zukunft des Fußball-Clubs ungewiss scheint, liefern Trainer Tuchel und seine Mannschaft ab.

Sanktionen für Abramowitsch

Wegen der Sanktionen gegen Club-Besitzer Roman Abramowitsch dürfen die Blues, an denen auch ein türkischer Unternehmer interessiert ist, derzeit keine Spielertransfers tätigen, keine Tickets verkaufen und keine Fanshops mehr betreiben. Auch gibt es Budget-Grenzen für Auswärtsreisen. Schon nach Lille musste Chelsea daher weniger Personal als sonst mitnehmen.

Tuchel kann die wirtschaftliche Ausnahmesituation des Clubs bislang offenbar gut vom Team fernhalten. Für den 48-Jährigen war der Erfolg in Lille der 32. in seinen ersten 50 Champions-League-Spielen – das ist eine Bestmarke. Auf Platz zwei folgt Zinedine Zidane. Dem ehemaligen Coach von Real Madrid waren in seinen ersten 50 Partien 31 Siege gelungen.

Türkischer Nationalspieler Burak verwandelt Elfmeter

So souverän wie Chelsea in Frankreich auftrat, scheint trotz finanziellen Drucks ein erneuter Gewinn des Champions-League-Titels nicht unrealistisch. „Wir hoffen und erwarten, dass wir noch weiterkommen“, sagte Tuchel. „Es steckt sehr viel Arbeit dahinter. Wir haben hart dafür gekämpft, um unter den besten acht Teams zu sein.“

Der türkische Fußball-Nationalspieler Burak Yılmaz (38. Minute) hatte Lille, für das auch der türkische Rechtsverteidiger Zeki Çelik von Beginn an auflief, zwar zunächst per Handelfmeter in Führung gebracht. Christian Pulisic (45.+3) und Cesar Azpilicueta (71.) drehten aber das Spiel. Auf wen Chelsea nun trifft, ist noch unklar. Die Viertelfinal-Spiele werden am Freitag ausgelost.

dpa/dtj