Grünen-Chef Cem Özdemir hat sich am Montag zu dem Streit mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan geäußert.

In einer Pressekonferenz kritisierte er den Angriff des Ministerpräsidenten auf seine Person. Dieser habe nicht nur ihn, sondern das „republikanische Modell der Bundesrepublik Deutschland“ angegriffen. Erdoğan hatte Özdemir als „angeblichen Türken“ bezeichnet und ihn zur unerwünschten Person in der Türkei erklärt.

„Wenn ich die Zeit dazu hätte, wäre es mal wieder ein guter Anlass, in die Türkei zu reisen“, sagte Özdemir. Die Aussagen Erdoğans führten bei ihm eher zu „gegenteiligen Reaktionen“.

Zu den Reaktionen aus der deutschtürkischen Community zu dem Streit erklärte der Grünen-Politiker, dass er keinerlei negativen Erfahrungen gemacht habe. Sein Wunsch sei es, dass bei „allem Streit, der in der Sache in Ordnung ist“, der Konflikt nicht „hier reingetragen“ werde: „Leute, egal, wie sie zu Ministerpräsident Erdoğan stehen, müssen hier anständig und respektvoll miteinander umgehen“.

Der Streit war entstanden, nachdem Özdemir die Köln-Rede des türkischen Ministerpräsidenten kritisiert hatte. Erdoğan reagierte am Tag darauf mit einem persönlichen Angriff auf Özdemir.