Der Ankara-Korrespondent der regierungsnahen Tageszeitung Yeni Şafak, Abdülkadir Selvi, schlägt vor, der Türkei den Friedensnobelpreis zu verleihen. In seiner aktuellen Kolumne schreibt er: „In einer Zeit, in der der Westen noch nicht einmal die Bereitschaft zeigte, zwei syrische Flüchtlinge aufzunehmen, hat die Türkei innerhalb von vier Jahren zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Obwohl unser Land es verdient, den Friedensnobelpreis verliehen zu bekommen, wird es als Architekt des Bürgerkrieges in Syrien dargestellt.“

Die Türkei hat sich in dem Syrienkonflikt von Anfang an gegen den syrischen Diktator Bashar al-Assad positioniert und Verhandlungen mit ihm stets abgelehnt. Auch wenn die AKP-Regierung für ihre Bereitschaft, Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufzunehmen, über die Landesgrenzen hinweg Anerkennung genießt, steht sie mit ihrer Syrien-Strategie international isoliert da. Zudem gab es in der Vergangenheit immer wieder Anzeichen dafür, dass die Türkei aufständische Gruppierungen, die zu terroristischen Gruppierungen gehören, mit Geld und Waffen unterstützt hat.

„Das syrische Feuer hat uns verbrannt. Europa hat den Ernst der Lage erst eingesehen, als die Flüchtlinge vor seiner Haustür stand. Länder wie Jordanien, Libanon und Irak haben trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht gezögert, ihr Brot mit den Syrern zu teilen“, schreibt Selvi.