Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der südöstlichen Provinz Diyarbakır wurde am Mittwoch ein Soldat verletzt. Gendarmerieeinheiten hatten eine Offensive gegen Protestierer gestartet, unter denen sich auch mutmaßliche Mitglieder der „Patriotischen Revolutionären Jugendbewegung“ (YDG-H) befunden haben sollen, einer mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verbundenen Jugendorganisation, die mehrfach durch das Anlegen von Gräben die Hauptverbindungsstraße zwischen Diyarbakır und Bingöl blockiert hatte. Die Proteste richteten sich gegen die Errichtung eines Sicherheitspostens in der südöstlichen Provinz Diyarbakır.  

Die Gendarmerie rückte mit Verstärkung durch Armeekräfte in der Region Çağıl im Bezirk Lice unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen an die Gräben heran und versuchte diese zu füllen, um die Straße wieder passierbar zu machen. Dabei wurden sie von PKK-Anhängern mit handgebastelten Sprengkörpern und Feuerwerkskörpern beschossen. Teile davon sollen auch mit scharfen Waffen das Feuer eröffnet haben, wobei ein Oberwachtmeister ins Bein geschossen wurde. Er wurde ins Militärkrankenhaus Diyarbakır gebracht.

Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der südöstlichen Provinz Diyarbakır wurde am Mittwoch ein Soldat verletzt. (dha)

Protest gegen Errichtung eines Gendarmerieposten

Die Sicherheitskräfte erwiderten das Feuer, in der Folge verließen die gewalttätigen Protestler die Szenerie. Nach einem ersten Zusammenstoß griff die Gruppe erneut Gendarmerieoffiziere, die in der Region abgestellt wurden, mit langläufigen Waffen an. Die Situation in der Region ist nach wie vor angespannt. Sicherheitsteams wurden in das Gebiet verlegt.

Die Proteste hatten letzte Woche begonnen, nachdem lokale Anwohner den Bau neuer Gendarmerieposten in der Region beanstandet hatten. Auch die prokurdische Barış ve Demokrasi Partisi (Partei für Frieden und Demokratie; BDP) hatte ihre Gegnerschaft zur geplanten Errichtung neuer Gendarmerieposten auf dem gesamten Gebiet der Türkei zum Ausdruck gebracht.