Türkei, Istanbul: Antonio Guterres (vorn l.), UN-Generalsekretär, und Recep Tayyip Erdoğan (r.), Präsident der Türkei, sitzen während einer Unterzeichnungszeremonie im Dolmabahçe-Palast, während im Hintergrund Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu (l.) und der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar Dokumente austauschen. Foto: Vadim Savitsky/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer hat Russland nach Angaben aus Kiew den Hafen von Odessa mit Raketen beschossen.

„Gestern wurde der Export über den Seeweg vereinbart, und heute greifen die Russen den Hafen von Odessa an“, teilte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Samstag mit. Russland bombardiere die Hafenstadt. Nach ukrainischen Militärangaben wurden zwei russische Raketen von der Luftabwehr abgefangen, zwei weitere seien im Handelshafen eingeschlagen, hieß es.

Russland hatte am Freitag in dem Abkommen zugesichert, die Schiffe über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die beteiligten Häfen dürften dabei nicht angegriffen werden. Entstanden war die Vereinbarung nach wochenlangen Vermittlungsbemühungen der Türkei und der Vereinten Nationen. Viele Länder honorierten das.

Putin „spuckt Guterres und Erdoğan ins Gesicht“

Der Raketenbeschuss werfe Zweifel auf an dem am Freitag in Istanbul unterzeichneten Abkommen über die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Kiew, Oleh Nikolenko. Mit seinen Raketen spucke der russische Präsident Wladimir Putin UN-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ins Gesicht. Die beiden hätten große Anstrengungen unternommen, um das Abkommen zu erreichen.

Die Ukraine rufe die Vereinten Nationen und die Türkei auf, Russland zur Einhaltung des Abkommens zu drängen, sagte Nikolenko. Sollte das Abkommen nicht umgesetzt werden, trage Russland die Verantwortung für die globale Lebensmittelkrise. Rund 20 Millionen Tonnen Getreide will die Ukraine ausführen.

dpa/dtj