Griechenland und die rohstoffreiche Südkaukasus-Republik Aserbaidschan wollen im Erdgasgeschäft künftig enger zusammenarbeiten. Dies ist das Ergebnis eines Besuches des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev in Athen. Nach einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Karolos Papoulias erklärte Aliyev am Montag, die geplante Kooperation sei von „strategischer Bedeutung“.

Der staatliche Energiekonzern Socar aus Aserbaidschan soll für 400 Millionen Euro zwei Drittel des griechischen Gasversorgers Desfa übernehmen. Athen und Baku erwarteten dafür die Zustimmung der EU-Kommission, hieß es. Der Verkauf ist mit der ebenfalls geplanten, 3500 Kilometer langen Trans-Adria-Pipeline (TAP) verbunden. Bereits im Juni 2013 hatte das aserbaidschanische Gaskonsortium Shah Deniz II angekündigt, sein Gas durch die TAP nach Westeuropa pumpen zu wollen.

Die neue Pipeline wird von Aserbaidschan durch die Türkei, Griechenland und Albanien verlaufen. Anschließend soll das aserbaidschanische Gas mit einer Leitung auf dem Meeresboden der Adria von der albanischen Küste nach Italien gepumpt werden. Allein Griechenland will in das Projekt 1,5 Milliarden Euro investieren. (dpa)