Archivfoto: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, hält eine Rede im Dolmabahçe-Palast. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich überraschend für eine Aussöhnung zwischen der syrischen Opposition und den Anhängern von Machthaber Baschar al-Assad ausgesprochen.

„Die Opposition und das Regime müssen sich in Syrien versöhnen“, sagte Erdoğan am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei strebe nicht nach einem Sieg gegen Assad. Ankara unterstützt in dem Krieg bisher Rebellengruppen.

Politischer Dialog oder die Diplomatie zwischen Staaten dürfe niemals abgebrochen werden, sagte Erdoğan weiter. Die Türkei hatte unter Erdoğan die diplomatischen Beziehungen zu Damaskus aufgekündigt und das Ende des Assad-Regimes ursprünglich als wichtiges Ziel der Außenpolitik deklariert.

Assad auch dank Russland und Iran weiter an der Macht

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte sich bereits vergangene Woche für eine „politische Aussöhnung“ zwischen syrischem Regime und der Opposition ausgesprochen. Von Beobachtern wurde das teilweise als strategische Kehrtwende gewertet. Unter anderem im türkisch kontrollierten Orten in Nordsyrien war es daraufhin zu Protesten von Syrern gegen eine Aussöhnung mit dem Regime gekommen.

Nach mehr als elf Jahren Krieg kontrollieren die Anhänger von al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes. Der Machthaber wird unter anderem von Russland und dem Iran unterstützt.

Die Türkei hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit einer neuen Offensive in Nordsyrien gedroht. Moskau und der Iran hatten Ankara von einem solchen Schritt mehrfach abgeraten. Die Türkei, wo mehrere Millionen syrischer Flüchtlinge leben, sei weiter bereit für „Operationen gegen Terrorismus“, so Erdoğan laut Anadolu. Die Flüchtlinge sind immer wieder Gegenstand von öffentlichen und auch politischen Debatten.

dpa/dtj