Fenerbahce hat das Champions-League-Playoff-Hinspiel zuhause gegen Arsenal London mit 0:3 verloren. Olivier Giroud bejubelt das dritte Tor mit seinen Teamkollegen.

Nach der 2:3-Niederlage gegen Konyaspor zum Süper-Lig-Auftakt setzte es für Fenerbahçe Istanbul die zweite Pleite innerhalb von vier Tagen. Im Playoff-Hinspiel der Champions League verlor „Fener“ am Mittwochabend mit 0:3 gegen Arsenal London, das mit Per Mertesacker und Lukas Podolski damit den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse fast schon geschafft hat.

Nach dem Ligafehlstart (1:3 gegen Aston Villa) dominierten die Londoner die Partie in Istanbul. Während in der ersten Halbzeit Großchancen auf beiden Seiten ausblieben, fand Kieran Gibbs in der 51. Minute eine Lücke in der Fenerbahçe-Defensive und brachte seine Farben in Führung. Aaron Ramsey (64.) erhöhte kurz darauf. Der Franzose Oliver Giroud machte mit einem Elfmetertor (77.) den Endstand perfekt. Kurz darauf kam Podolski für ihn noch zu einem Kurzeinsatz.

Fenerbahçe braucht nun ein Wunder, um seinen Namen auf der Teilnehmerliste der Königsklasse wiederzufinden und muss sich – erst recht nach der deutlichen Niederlage – schon mal mit der UEFA Europa League anfreunden. Doch selbst hier ist ungewiss, ob die „Kanarienvögel“ mitwirken dürfen. Denn noch steht das endgültige Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs aus.

„Fener“ hatte durch ein CAS-Urteil erwirkt, dass es trotz einer drohenden Zwei-Jahres-Sperre im Europacup die Playoffs spielen durfte. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte im Vorfeld der Arsenal-Partie wie erwartet einen Eilantrag von Red Bull Salzburg auf Teilnahme an den Playoff-Spielen zur Champions League abgelehnt.

CAS-Entscheidung steht noch aus

Eine endgültige CAS-Entscheidung zu der möglichen Sperre für Fenerbahçe wird am kommenden Mittwoch erwartet, einen Tag nach dem Rückspiel in London. Salzburg war in der letzten Qualifikationsrunde gegen Istanbul ausgeschieden.

Spricht der CAS seine Entscheidung gegen die Türken aus, müssen Coach Ersun Yanal und seine Spieler die Begegnungen der Europa League wohl vom Fernseher aus verfolgen.

Der verkorkste Saisonstart wäre damit perfekt. Bereits in der Schlussphase wurde es ungemütlich für den türkischen Vizemeister, dessen Fans bereits lautstark den Rücktritt des Vorstandes forderten. Und auch auf dem Rasen gab es wenig Lichtblicke für den 18-maligen türkischen Meister, dessen Verteidigung vom angriffslustigen Offensivfußball der „Gunners“ besonders in der zweiten Halbzeit überrumpelt wurde.

Rechtsverteidiger Bekir Irtegün spielte mit einer überdurchschnittlich hohen Fehlpassquote, sodass sich Yanal in der Halbzeit sogar gezwungen sah, den verletzten Gökhan Gönül für ihn zu bringen. Die routinierte Innenverteidigung aus Joseph Yobo und Bruno Alves war mit dem schnellen Kombinationsspiel der Londoner in mehreren Situationen überfordert. Und auch der Ex-Leverkusener Michal Kadlec hinterließ auf der linken Abwehrseite einen unsicheren Eindruck. Kadlec war es auch, der den Elfmeter vor dem 0:3 verschuldete.

Unter seinen Erwartungen blieb insbesondere Mehmet Topal, der das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive bilden sollte. Der „Fener“-Angriff war zwar bemüht, konnte sich jedoch nur selten Überzahlsituationen erspielen und wurde nur sporadisch gefährlich, sodass die deutliche Niederlage aus der Sicht des Gastgebers unter dem Strich in Ordnung ging.

Schalke bangt um die Champions League

Ex-Trainer Huub Stevens hat sich für den FC Schalke 04 bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen als Spielverderber beim Kampf um die Champions League erwiesen. Die Königsblauen kamen am Mittwoch im ersten Playoff-Spiel nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Stevens-Club PAOK Saloniki hinaus und müssen sich beim Rückspiel in Griechenland am kommenden Dienstag erheblich steigern, um doch noch zum insgesamt sechsten Mal die lukrative Gruppenphase zu erreichen. Vor 52 444 Zuschauern in der Arena glich der Slowake Miroslav Stoch (ausgeliehen von Fenerbahçe) in der 73. Minute die Schalker Führung durch Jefferson Farfan (32.) aus. Bei einem Scheitern im Rückspiel nimmt der Bundesliga-Vierte der Vorsaison an der Europa League teil.

Nach sieben Gegentoren in den ersten beiden Ligaspielen präsentierten sich die Schalker beim internationalen Debüt zwar insgesamt stabiler, aber noch längst nicht fehlerfrei. Unsicherheiten in der Defensive und Probleme im Aufbau machten die Partie gegen PAOK zu dem von Manager Horst Heldt erwarteten Geduldsspiel. 17 Minuten vor dem Ende fühlte sich bei den Hausherren niemand für Stoch zuständig, der Timo Hildebrand mit einem Schlenzer aus gut 20 Metern in die lange Ecke überwand. Die große Chance, doch noch für ein Happy End zu sorgen, vergab zehn Minuten vor dem Ende Benedikt Höwedes, dessen Schuss Gäste-Torhüter Jacobo Sanz bravourös parierte. Der Peruaner Jefferson Farfan hatte die Knappen in der 32. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel in Führung gebracht. (dtj/dpa)