Selcuk Inan und Melo im Vordergrund. Hinten feiern die Real Madrid Spieler das Tor - zaman

Dass das Auswärtsspiel bei Real Madrid kein Zuckerschlecken werden würde, war bekannt. Dennoch hatte man sich bei Galatasaray etwas mehr ausgerechnet, als eine deutliche 4:1-Niederlage im Estadio Santiago Bernabeu. Zumal das „weiße Balett“ sogar auf seine Hauptprotagonisten verzichtete und über weite Strecken der Partie in Unterzahl spielte. Doch die wackelige „Löwen“-Defensive konnte besonders in der zweiten Halbzeit dem Sturmlauf der Madrilenen nicht standhalten. Mit dem Erfolg festigte der Champions-League-Rekordmeister den Tabellensieg. Galatasaray hingegen darf trotz der beiden letzten Niederlagen noch auf das Achtelfinalticket hoffen. Zuhause in zwei Wochen gegen Juventus, das im Parallelspiel den FC Kopenhagen mit 3:1 schlug, genügt dem türkischen Meister ein Sieg zum Weiterkommen.

Während Real Madrid in der Startelf auf Leistungsträger wie Cristiano Ronaldo (war angeschlagen und wurde geschont), Xabi Alonso und Karim Benzema verzichtete, fehlte den Gästen ihr Stammtorwart Fernando Muslera. Galatasaray-Spielmacher Wesley Sneijder war auch noch nicht bei 100 Prozent und wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Die Gastgeber erwischten den besseren Start und vergaben bereits nach drei Minuten eine gute Gelegenheit durch den walisischen Superstar Gareth Bale, dessen Fehlschuss sich als Weckruf für Galatasaray erwies. Denn fortan ging die Mancini-Elf aktiver zu Werke und versuchte sich am Spiel zu beteiligen. Als dann auch noch Umut Bulut einem langen Ball nachlief, den Sergio Ramos unterschätzte, wusste sich der spanische Nationalspieler nur mit einer Notbremse zu helfen. Folgerichtig stellte der gute Schiedsrichter William Collum aus Schottland Sergio Ramos vom Platz. Galatasaray erspielte sich fortan gegen 10 Madrilenen ein leichtes Übergewicht.

Kräfteschwund in Halbzeit zwei

Trotz des Platzverweises gelang es den „Galaktischen“ durch Bale in Führung zu gehen. Der Waliser verwandelte einen direkten Freistoß sehenswert zum 1:0 (37.). Ersatzkeeper İşcan sah da nicht gut aus. Im direkten Gegenzug erzielte dann aber Bulut nach einem mustergültigen Anspiel von Didier Drogba den Ausgleich und dämpfte zunächst die Aufbruchstimmung im Bernabeu (38.). In der zweiten Halbzeit wollte Bulut dann einen Treffer nachlegen. Das Tor wurde jedoch aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt (48.). Wenig später zeigte Real-Verteidiger Alvaro Arbeloa seine Offensivqualitäten, ließ İşcan im Tor alt aussehen und brachte den spanischen Vizemeister mit 2:1 in Führung (52.). Den Sack machte dann Ronaldo-Ersatz Angel di Maria in der 63. Minute zu und entschied das Duell der beiden italienischen Trainer Carlo Ancelotti und Roberto Mancini. Letzterer musste zudem in der Schlussphase mit ansehen, wie Isco die wehrlose Galatasaray-Defensive düpierte und folgerichtig den 4:1-Endstand herstellte (80.).

Endspiel gegen Juventus Turin

Galatasaray-Coach Mancini war vor allem von der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit bedient: „In der ersten Hälfte haben wir wirklich hervorragend gespielt, aber was dann in der zweiten Halbzeit los war, kann ich immer noch nicht nachvollziehen. Wir haben vier, fünf große Fehler gemacht. Auf diesem Niveua wird man dann von einer Mannschaft wie Real Madrid gnadenlos bestraft. Mit drei Punkten hier wären unsere Chancen auf ein Weiterkommen gestiegen.“ Nun hofft der Ex-Coach der „Citizens“ und der „Nerazzuri“ auf die Unterstützung der eigenen Fans. „Wie ich schon im Vorfeld erwähnte, ist das Match gegen Juventus das wichtigste Spiel in der Gruppe. Daher sind wir unbedingt auf die Unterstützung unserer Anhänger angewiesen und erwarten sie zu diesem kritischen Spiel“, appellierte Mancini an die Galatasaray-Fans. Das letzte Gruppenspiel gegen Juventus findet am 10.12. in Istanbul statt.