Istanbul: Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht während einer Pressekonferenz im Gemeinsamen Koordinations- und Kontrollzentrum in Istanbul. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem Besuch in Istanbul die Arbeiten rund um die Eröffnung des gesicherten Korridors für Getreide aus der von Russland angegriffenen Ukraine gelobt.

„Was für eine beeindruckende und inspirierende Operation“, sagte Guterres am Samstag bei einer Rede in dem Kontrollzentrum, das eigens für das Getreide-Abkommen eingerichtet wurde.

Es wird geschätzt, dass derzeit mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine lagern. Laut Mitteilung des Koordinierungszentrums haben seit Anfang August rund 650.000 Tonnen Getreide und andere Lebensmittel ukrainische Häfen verlassen.

Auch Düngemittel betroffen

Der Export ukrainischen Getreides sei aber nur ein Teil der Lösung. Genauso müsse russischen Nahrungs- und Düngemitteln der ungehinderte Zugang zu den weltweiten Märkten ermöglicht werden, so Guterres. „Ohne Dünger 2022 wird es 2023 vielleicht nicht genug Nahrung geben.“

Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskrieges zuletzt monatelang blockiert gewesen. Die Kriegsgegner Ukraine und Russland hatten am 22. Juli unter UN-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Im Zuge der Einigung unterzeichneten die UN und Russland auch eine separate Absichtserklärung. Diese sieht nach UN-Angaben vor, den Export von russischen Lebensmitteln und Düngemitteln zu fördern.

dpa/dtj