Die geplante TANAP-Pipeline von Aserbaidschan in die Türkei und an die Adria soll mit einem hochmodernen Sicherheitsprogramm geschützt werden.

Dem Endbericht einer Umweltverträglichkeitsprüfung zufolge wird die Transanatolische Gaspipeline (TANAP), ein 12 Milliarden US$ schweres Projekt zum Transport von aserbaidschanischen Erdgas in die Westtürkei, mittels Hi-Tech-Methoden rund um die Uhr überwacht.

Ein Identifikationssystem für Menschen und Fahrzeuge wird mit hochmoderner digitaler Ausrüstung versehen, was es erleichtern soll, allfällige Angriffe oder Sabotageakte auf die Pipeline oder die Überwachungsstationen zu identifizieren, berichtete die Anadolu Agentur am Donnerstag. Im Südosten der Türkei waren Ölpipelines in der Vergangenheit immer wieder zum Ziel von terroristischen Attacken und Dieben geworden.

Das geplante Sicherheitssystem wird mit optischen Sensoren, Bewegungsmeldern und Laserscannern ausgestattet, aber auch Augenkompressoren, Gasregler, Molcheinrichtungen und Messstationen werden ebenso wie Überwachungskameras zur Sicherheit beitragen.

Ein Aufklärungssystem wird zudem schnelle Reaktionen auf mögliche Probleme ermöglichen, heißt es im Bericht. Das Sicherheitspersonal wird speziell auf Aktionspläne und Abläufe hin geschult. Das Überwachungssystem wird in Echtzeit akkurate Daten im Fall einer Gefahr übermitteln. Das System wird von mehreren Wach- und Kontrollstationen aus bedient werden können, die entlang der 1085 Kilometer langen Pipeline errichtet werden sollen.

Barroso spricht von einem „Meilenstein für Verbraucher“

Die energiehungrige Türkei setzt große Hoffnungen in die Pipeline, die jährlich 16 Milliarden Kubikmeter (bcm) Erdgas ins Land bringen soll. Derzeit ist man, was Gas anbelangt, noch fast völlig von Russland abhängig. Das Gas wird durch TANAP durch die Türkei und allenfalls auch durch Italien transportiert, die Pipeline soll mit der Transadriatischen Pipeline (TAP) verlinkt werden, zu deren Partnern unter anderem BP und Statoil zählen.

Aserbaidschans Großanbieter Shah Deniz II. will zudem auch 10 Milliarden Kubikmeter nach Europa pumpen, zusätzlich zum Bedarf der Türkei im Umfang von 6 Milliarden. Auch Europa will von der Bezugsquelle profitieren, da man infolge der eigenen Konfrontationspolitik gegenüber Russland, das immer noch Hauptversorger ist, ein gefährliches Spiel spielt.

„Das ist ein großer Meilenstein mit Blick auf die Diversifizierung unserer Energieversorgung, zum Wohle europäischer Verbraucher und Unternehmen“, äußerte sich der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, bereits Ende des Vorjahres.

Der Staat Aserbaidschan wird 7 Milliarden US$ zur Finanzierung der Infrastruktur des Projekts beitragen, die türkische staatliche Ölgesellschaft soll 3 bis 5 Milliarden beisteuern, den Rest BP und andere Partner, wie Hürriyet berichtet. Bis 2018 soll die Pipeline in Betrieb gehen.