Nachdem Ankara bereits in der Vorwoche die in Syrien operierende, al-Qaida-nahe Terrororganisation al-Nusra offiziell als terroristische Vereinigung eingestuft hat, führt die Türkei künftig nun auch die in Nigeria tätige Gruppe „Boko Haram“ als solche – im Einklang mit einer jüngsten Entscheidung des UN-Sicherheitsrates (UNSC).

Eine solche Einstufung hat zur Folge, dass Konten von Individuen, Organisationen oder Institutionen, die der entsprechenden Bewegung nahe stehen, eingefroren werden sowie finanzielle Sanktionen und ein Waffenlieferungsverbot zu Lasten der Betroffenen in Kraft treten. Auch Nigeria hatte um eine solche Einstufung gebeten. Die Maßnahme trat am gestrigen Dienstag in Kraft, zuständig für ihre Umsetzung ist das Finanzministerium.

Bis dato hatte die Türkei auf Grund des im Oktober 2013 in Kraft gesetzten Antiterrorgesetzes die Konten von 130 Personen und vier Unternehmen eingefroren, die mit den Taliban verbunden sein sollen, und von 219 Personen und 63 Firmen mit Verbindungen zu al-Qaida.

Die UN betrachtet Boko Haram als verbündete Organisation von al-Qaida und der Al-Qaida-Organisation im Islamischen Maghreb (AQIM). Die Sekte, die sich programmatisch und strategisch an den Taliban orientiert, geriet kürzlich wegen der Entführung von 300 Schülerinnen im Nordwesten Nigerias weltweit in die Schlagzeilen.

Zahlreiche muslimische Verbände in aller Welt brachten daraufhin ihre Empörung über die Terroristen und deren Missbrauch des Islam zum Ausdruck.

Bis dato fielen etwa 1500 Personen Anschlägen der Gruppe zum Opfer. Einwohner von Städten in der Nähe des Operationsgebiets von Boko Haram werfen der nigerianischen Staatsgewalt vor, sie im Kampf gegen die Gruppe allein zu lassen.