Die Terrorgruppe ISIS „Islamischer Staat in Syrien und Irak“ hat am Dienstag die Nordirakische Stadt Mossul eingenommen. Zuvor waren irakische Sicherheitskräfte aus der Stadt geflohen. Bei der Erstürmung wurde auch das türkische Generalkonsulat in Mossul angegriffen. Die Kämpfer der ISIS Militanten hatten gedroht das Konsulatsgebäude zu bombardieren falls sich die Angestellten des Konsulates nicht ergeben.

Der Generalkonsul von Mossul, Öztürk Yılmaz, 30 speziell ausgebildete Polizisten und 18 Konsulatsangestellte mit deren Familienangehörigen wurden als Geiseln genommen. Die Geiseln wurden anschließend an einen unbekannten Ort verschleppt.

Die Einzelheiten der Erstürmung und die Geiselnahme selbst wurden auch durch  Telefonate und Kommunikation in sozialen Netzwerken zwischen Konsulatsangestellten und deren Familien in der Türkei bekannt. Medienberichten zufolge waren die ISIS Militanten seit vergangenem Freitag in Richtung Mossul unterwegs. Die Belagerung des türkischen Konsulates durch ISIS hatte Dienstagabend begonnen. Mittwoch fand die Erstürmung des Konsulates statt. Ab Mittwoch 12.00 Uhr riss der Kontakt der Konsulatsangestellten mit deren Familien dann ab.

Die acht Monate alte Ela ist auch in den Händen der Militanten

Besonders besorgniserregend ist, dass sich unter den Geiseln auch Kleinkinder befinden. Zu den 49 Geiseln von ISIS zählt auch der Konsulatsbeamte E.E., desen Ehefrau S.E. und die achte Monate alte Tochter Ela. Der Vater von Ela, E.E. verrichtet seinen Dienst seit acht Jahren in Mossul. Die Familie veranstaltete eine kleine Hochzeitsfeier in Mossul und blieb auch nach der Geburt von Ela in der nordirakischen Stadt. Neben Ela befindet sich auch das noch nicht einmal ein Jahr alte Baby von H.Y., welcher seinen Dienst im Irak erst vor einem Monat antrat, unter den Geiseln der ISIS.

Die Konsulatsangestellten und deren Familien führten hinter den hohen Mauern des Konsulatsgeländes ein abgeschottetes Leben. Die meiste Zeit verbrachten sie auf dem Gelände. Nur die speziell ausgebildeten Polizisten, die für die Sicherheit der Angestellten und des Generalkonsuls verantwortlich waren, sind hin und wieder in die Einkaufszentren der Stadt Arbil gegangen.

Außerdem haben die Extremisten auch 32 türkische LKW-Fahrer als Geiseln genommen. Berichten zufolge sollen die Fahrer, die Dieselöl auf ihrem Weg von İskenderun nach Mossul transportiert hatten, an einer Straßensperre aufgehalten und gefangen genommen worden sein.

Eine gewaltsame Befreiung schließt die türkische Regierung bislang aus. Die Regierung bemühe sich um eine diplomatische Lösung der Krise, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitag bei einer Rede vor Anhängern in der türkischen Stadt Rize am Schwarzen Meer.„Die Sicherheit unser Bürger ist das Wichtigste“, sagte Erdoğan.