Vier Tage lang war die Terrorgruppe ISIS im Irak auf dem Vormarsch. Seit Freitag erobern kurdische und irakische Truppen wieder Städte zurück.

Kurdische und irakische Truppen melden Erfolge im Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (kurz ISIS), die bei ihrem Vormarsch vor allem im Norden und im Westen des Iraks Gebiete erobert hatte. Mehrere Städte seien aus der Gewalt der Extremisten befreit worden, berichtete die Nachrichtenseite „Al-Sumaria News“ am Samstag.

So habe die irakische Armee die Städte Samarra und Tikrit unter Kontrolle und fliege Luftangriffe gegen Isis-Stellungen in Mossul. Kurdische Peschmerga-Truppen hätten die Stadt Dschalula im Ostirak sowie den Grenzübergang zu Syrien, Al-Jarubija, gesichert, meldete die kurdische Nachrichtenseite „Rudaw“.

ISIS möglicherweise vom Nachschub abgeschnitten

Berichten auf Twitter zufolge nahmen Einheiten der Peschmerga gemeinsam mit irakischen Stammeskriegern irakisch-syrischen Grenzübergang beidseitig eingenommen. Er ist Knotenpunkt einer wichtigen Zufahrtstraße zwischen Mossul und Syrien. Bewahrheiten sich die Meldungen, wären die ISIS-Kämpfer in Mossul von ihren syrischen Partnern und vom Nachschub abgeschnitten.

Vor allem kurdische Truppen drängen ISIS-Kämpfer im Irak zurück. Die irakische Armee erwies sich im Kampf gegen ISIS als ineffektiv, schreibt die „Washington Post“. Eine Armee, deren Rekrutierungssystem auf politischer Loyalität oder der Höhe von Bestechungsgeldern beruhe, „zerfällt in ihrer Moral“. Informationen des „Wall Street Journal“ zufolge schickte die iranische Führung außerdem drei Bataillone einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden in den benachbarten Irak, um dort die zurückweichende irakische Armee zu unterstützen.

ISIS war Anfang Anfang der Woche von Nordsyrien aus in den Irak eingedrungen und hatte die nordirakische Stadt Mossul erobert. Entlang des Tigris bewegten sich die Dschihadisten mit hoher Geschwindigkeit Richtung Bagdad. (dpa/dtj)