Iran dementiert Explosionsmeldungen in Atomanlagen nahe Qom

Die Berichte über eine mögliche Explosion würden lediglich darauf abzielen, die Verhandlungen im Streit um das iranische Atomprogramm zu beeinflussen, so die offizielle Stellungnahme aus dem Iran.

Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die seit Freitag kursierenden Berichte, nachdem eine Explosion in einem unterirdischen „Fordow“ Bunker nahe der Stadt Qom große Schäden angerichtet habe, nicht bestätigen. Einige Quellen berichteten außerdem, dass mehr als 200 Arbeiter durch die Explosion unter der Erde eingeschlossen seien.

Teheran beschuldigte den Westen und besonders Israel in der Vergangenheit häufig, Sabotageakte gegen das iranische Atomprogramm durchgeführt zu haben. So wirft der Iran Israel vor, hinter einigen erfolgreichen Cyber-Attacken auf Atom- und Industrieanlagen und der gezielten Ermordung von iranischen Wissenschaftlern zu stecken.

„Die falschen Berichte über eine Explosion in Fordow sind westliche Propaganda, um den Prozess und die Ergebnisse der Verhandlungen über das Atomprogramm zu beeinflussen”, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Sonntag den stellvertretenden Leiter der Atomenergie-Organisation Irans, Saeed Shamseddin Bar Broudi.

EU-Außenbeauftragte Ashton: Neue Atom-Verhandlungen frühestens im Februar

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erwartet frühestens im Februar neue Verhandlungen mit dem Iran über sein umstrittenes Atomprogramm. „Es sieht sehr danach aus, dass die nächste Runde im Februar stattfindet“, sagte ein ranghoher EU-Diplomat am Freitag in Brüssel. Ashton hatte schon im vergangenen Jahr ein neues Treffen mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili für Ende Januar vorgeschlagen.

„Wir sind enttäuscht, dass es immer noch keine neuen Verhandlungen gibt“, sagte der Diplomat. „Wir waren hinsichtlich des Datums und des Ortes sehr flexibel. Wir möchten ein neues Angebot vorlegen, aber wir bekommen bisher noch keine Chance, das zu tun.“

Zuvor hatte eine Sprecherin Ashtons am Freitag gesagt: „Die Kontakte zur Frage, wann und wo die nächste Runde der Verhandlungen stattfinden soll, laufen noch.“ „Wir haben konkrete Daten und Orte vorgeschlagen. Und darauf hat die iranische Seite mit dem Vorschlag anderer Modalitäten reagiert.“ Die EU wolle, dass der Iran „so rasch wie möglich an den Konferenztisch zurückkehrt, damit wir über die Sorgen der internationalen Gemeinschaft sprechen können.“

Ashton und Dschalili hatten 2012 im April in Istanbul, im Mai in Bagdad und im Juni in Moskau verhandelt. Im September hatten sie sich informell in Istanbul erneut getroffen. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, den Bau von Atomwaffen vorzubereiten. Teheran bestreitet das.