Der Modellversuch „Islamischer Unterricht in deutscher Sprache“ soll in Bayern weiter gehen. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München entschieden. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einem „vollen Erfolg“. Mit dem Unterricht werde jungen Muslimen bei der Entwicklung ihrer religiösen Kompetenz und bei der Integration in den Schulen geholfen. Sie erhielten damit auch Einblicke in weitere Weltreligionen und erprobten den interreligiösen Dialog.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) in einer Petition an den Landtag eine Verlängerung des Modellversuchs gefordert. Das 2009 gestartete Projekt sollte im Sommer nach fünf Jahren auslaufen. BLLV-Präsident Klaus Wenzel hatte dafür plädiert, langfristig den Unterricht von entsprechend ausgebildeten Lehrkräften an allen öffentlichen Schulen selbstverständlich werden zu lassen.

Aktuell wird das Fach laut Spaenle an 183 Grundschulen, 72 Mittelschulen, 4 Realschulen und 2 Gymnasien erteilt. Seinen Erfolg bestätige auch eine Evaluation durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. Danach finde das Unterrichtsangebot bei den muslimischen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern große Akzeptanz. (KNA)