„Jeder Muslim mit Einfluss wird zur Zielscheibe von Islamophoben”

Sadia Saifuddin, eine 21-jährige Masterstudentin des Bereiches „Social Welfare“ an der University of California in Berkeley, wird ab 2014 für ein Jahr das erste muslimische studentische Mitglied des aus 26 Personen bestehenden Verwaltungsrates.

Einige jüdische und proisraelische Gruppen, einschließlich des prominenten Simon-Wiesenthal-Centers, brachten Einwände hinsichtlich ihrer Nominierung vor, indem sie darauf hinwiesen, dass sie sich an einer Kampagne beteiligt hatte, die zum Ziel hatte, keine Universitätsgelder mehr für Initiativen zur Verfügung zu stellen, die Verbindungen zum israelischen Militär aufweisen würden.

Zudem wird ihr Intoleranz gegenüber Andersdenkenden und ihren Betrachtungsweisen vorgeworfen. Sie soll die treibende Kraft hinter einem Studentenratsbeschluss gewesen sein, der einen Dozenten am Santa Cruz Campus für islamophobe Rhetorik verurteilt hatte. Vor allem aber wird ihr vorgeworfen, den Staat Israel zu dämonisieren und sich an Boykottaufrufen beteiligt zu haben.

Simon-Wiesenthal-Center: Für muslimischen Kandidaten, aber nicht Sadia Saifuddin

„In einem Jahr, da Fragen wie diese das Campus-Klima an der UC dominierten, ist es schockierend, eine Person zu ernennen, die auf Tausende von Menschen in der Campus Community polarisierend wirkt”, sagte Rabbi Aron Hier vom Wiesenthal Center und versuchte das Gremium davon zu überzeugen, Saifuddin ihren Vorstandssitz zu entziehen.

„Ein angemessener muslimischer Kandidat wäre fähig gewesen, diese Position zu übernehmen. Wir glauben aber nicht, dass Sadia diese angemessene Kandidatin ist”, fügte er hinzu.

Trotz der Kritik bestätigten 25 Mitglieder des Verwaltungsrats am Mittwoch mehrheitlich die Ernennung. Richard C. Blum enthielt sich an der Wahl. Er verwies auf Bedenken an Saifuddins Boykott-Bemühungen.

„Ich bin sehr gesegnet und überaus glücklich mit dieser Position”, sagte Saifuddin nach der Wahl und strahlte, als sie durch die große Menge von Unterstützern hindurch zu ihrem Sitz ging.

In ihrer Dankesrede sagte Saifuddin, sie hoffe, dass sie das Universitätssystem zugänglicher für viele Studenten machen könne. Sie konnte für spätere Kommentare hinsichtlich der Kontroversen um ihre Nominierung nicht erreicht werden.

Bonnie Reiss: Saifuddin hat sich für alle Studierenden eingesetzt

Saifuddins Unterstützer unterstrichen, dass sie eine vorbildliche Studentin sei, die sich um Studenten aller Glaubensrichtungen kümmere und dass sie stets daran arbeitete, als Senator des Studentenrats der University of California und als Mitglied der Muslimischen Studentenvereinigung das Bestmögliche für alle aus dem System herauszuholen.

„Sadia ist eine bemerkenswerte junge Frau. Sie engagiert sich für alle UC-Studenten, für die Universität und dieses Land, das sie liebt”, sagte Regentin Bonnie Reiss, die selbst zur Auswahlkommission des Verwaltungsrats gehört.

Reiss, die selbst Jüdin ist, wies die Darstellungen der Kritiker der Berufung Saifuddins zurück und sagte, dass das Komitee sie nicht gewählt hätte, wenn auch nur ansatzweise der Verdacht bestanden hätte, die Studentin wäre eine Antisemitin.

CAIR: Jeder Muslim, der Einfluss gewinnt, wird zur Zielscheibe von Islamophoben

Der Vorsitzende des Rats für amerikanisch-islamischen Beziehungen (CAIR), Ibrahim Hooper, sagte, dass die Gegner, die mit Saifuddins politischen Ansichten nicht einverstanden waren, sie ungerechtfertigter Weise von der Möglichkeit der Bürgerbeteiligung ausschließen wollten.

„Jedes Mal, wenn ein amerikanischer Moslem eine prestigeträchtige Position antritt oder beginnt, in die Reihen der Prominenz aufzusteigen, beschwert sich die winzige Minderheit der „Islamophoben” in unserer Gesellschaft und versucht, diese Person zu dämonisieren und diskreditieren”, so Hooper.