Linienrichter stirbt nach Prügelattacke von drei Spielern

Amsterdam – Auf niederländischen Fußballplätzen kommt es an jedem Wochenende zu gewalttätigen Zwischenfällen. In der Saison 2011/12 registrierte der niederländische Fußballbund KNVB insgesamt 873 Vorfälle. Doch die Vereine geben an, dass nur die schlimmsten Attacken gemeldet werden.

Anfang des Jahres hatte ein Spieler eines inzwischen aufgelösten Amsterdamer Vereins einen 77 Jahre alten Zuschauer mit einem Karatetritt tödlich verletzt. Zwölf ehrenamtliche Schiedsrichter hatten als Reaktion darauf beschlossen, kein Spiel mehr zu leiten.

Der niederländische Fußballbund versucht zwar zu beschwichtigen, jedoch ist fraglich, ob diese Vorgehensweise angesichts der Gewalt angebracht ist. Der KNVB erklärte am Dienstag nach dem Tod des 41 Jahre alten Linienrichters: „Die Gewalt beim Amateurfußball hat abgenommen.“ Allerdings kann der Verband dafür keine Zahlen vorlegen.

Allein in der vergangen Spielzeit wurden 105 Amateurmannschaften aus den Ligen genommen, 74 Spieler lebenslang gesperrt und 200 immerhin noch für zwei Jahre. Vor allem viele 15- und 16-Jährige im Westen des Landes um die großen Städte Rotterdam, Amsterdam und Utrecht seien aggressiv, stellte der KNVB fest. Genau wie die drei mutmaßlichen Täter der tödlichen Prügelattacke vom Sonntag in Almere bei Amsterdam.

Erst in diesem Sommer hatte der KNVB die Sanktionen gerade für Jugendliche gelockert. „Nach vielen Reaktionen der Vereine haben wir beschlossen, den Jugendlichen noch eine zweite Chance zu geben“, begründete der KNVB diese Entscheidung. Jugendliche können nun nicht mehr lebenslang, sondern höchstens für drei Jahre gesperrt werden. (dpa)