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Politik

Freistellung vom Militärdienst in der Türkei wird günstiger

Aufatmen bei den Auslandstürken: Die türkische Regierung hat einen neuen Antrag zur Reduzierung der Kosten für eine Freistellung vom Militärdienst ausgearbeitet. Die Freistellung soll fortan nicht teurer als 6000 Euro sein. (Foto: iha)

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Freistellung vom Militärdienst in der Türkei wird günstiger

Die Ausarbeitung des Antrages geht auf eine Konferenz des türkischen Premierministers Erdoğan mit Vertretern der türkischen Diaspora zurück. In einem offenen Austausch mit Erdoğan bemängelten sie letzte Woche die schwierigen Bedingungen zur Freistellung vom Militärdienst in der türkischen Heimat. Vor allem die hohen Kosten, die derzeit noch bei 10.000 Euro liegen, stellen für viele Türken, die im Ausland leben, eine hohe Belastung dar.

Als Reaktion auf die Lage der Auslandstürken richtete der zuständige Vizepremier Bekir Bozdağ unmittelbar eine Arbeitsgruppe ein. Er sprach sich sowohl mit Vertretern der Auslandstürken als auch mit dem Verteidigungsministerium ab. Nun soll der Antrag einer neuen Grundlage angepasst und dem Kabinett zur Unterzeichnung vorgelegt werden.

Alle männlichen türkischen Bürger müssen in der Regel einen Militärdienst von 6 bis 18 Monaten absolvieren. In manchen Fällen, vor allem aber unter Auslandstürken häufiger der Fall, kann man sich vom Dienst freikaufen und muss lediglich für drei Wochen eine Art „entspanntes Trainingslager“ in der Armee besuchen.

Bis Dezember 2011 lag die Freistellungsgebühr noch bei 5120 Euro. Sie wurde aber Anfang 2012 auf 10.000 Euro angehoben. Dafür fiel im gleichen Zug auch das dreiwöchige Trainingslager weg. Außer bei der Freistellungsgebühr sollten keine weiteren Modifizierungen des Gesetzes vorgenommen werden. Das 21-tägige Trainingslager wird demnach auch nicht mehr eingeführt.

Wenn der Antrag vom türkischen Kabinett bestätigt wird, dann werden vor allem Türken, die länger als drei Jahre im Ausland leben, von der neuen Gesetzesregelung profitieren.