Archivfoto: Das Bohrschiff "Tungsten Explorer" ist vor der Küste von Dbayeh, Libanon, zu sehen. Das Schiff hat im Mai 2022 mit der Bohrung Cronos-1 vor Zypern begonnen. Jetzt wurde dort ein Gasfeld mit rund 70 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefunden. Foto: Bilal Hussein/AP/dpa

Eine Woche, nachdem die Türkei das Erkundungsschiff „Abdülhamid“ losschickte, hat die zypriotische Regierung einen erfolgreichen Fund gemeldet.

Südlich von Zypern sind erneut Erdgasvorkommen entdeckt worden. Dies teilte die zyprische Energieministerin Natasa Pileidou am Montag im staatlichen Rundfunk (RIK) mit. Das italienisch-französische Energie-Konsortium Eni-Total habe die Entdeckung bei Forschungsarbeiten gemacht. Das Gasfeld soll der Ministerin zufolge rund 70 Milliarden Kubikmeter Erdgas guter Qualität enthalten.

Italiens teilstaatlicher Energieversorger Eni sprach in einer Mitteilung von einem „wichtigen Fund“ in 2287 Metern Tiefe, rund 160 Kilometer von der Küste Zyperns entfernt. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ sah darin eine wichtige Nachricht für Italiens Energiepolitik. Der Fund gebe aber auch den Ländern in Europa die Möglichkeit, sich von russischen Gas-Lieferungen unabhängig zu machen. Bis zum Beginn der Förderung dürfte aber noch ein Jahr vergehen.

Bereits 2011 hatte die US-Firma Noble Energy bei Bohrungen weiter östlich des aktuellen Fundes große Erdgasfelder in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns entdeckt. Seither ist mit dem Nachbarland Türkei jedoch ein Streit um die Ausbeutung des Rohstoffs entbrannt. Zypern ist seit 1974 in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden der Insel geteilt. Solange es keine Lösung der Zypernfrage gibt, sperrt sich Ankara gegen die Ausbeutung der Erdgasfelder und die Forschung nach weiteren Vorkommen.

dpa/dtj