14.06.2021, Belgien, Brüssel: Recep Tayyip Erdoğan (r), Staatspräsident der Türkei, kommt an zu einem Nato-Gipfel im Nato-Hauptquartier. Die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten kamen gestern zu einem Gipfeltreffen zusammen. Foto: Francois Mori/Pool AP/dpa

Die Nato ist zurück: Beim ersten Gipfeltreffen mit US-Präsident Joe Biden sendet die Militärallianz klare Botschaften in Richtung Russland und China. Hinter den Kulissen gibt es allerdings weiter viel Ärger. Gut lief hingegen türkischen und amerikanischen Angaben zufolge das Treffen zwischen Erdoğan und Biden.

US-Präsident Joe Biden hat sich nach einem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan zuversichtlich gezeigt, dass die Länder an ihren Differenzen arbeiten können. „Wir hatten ein positives und produktives Treffen“, sagte Biden am Montag nach dem Abschluss des Nato-Gipfels in Brüssel, an dessen Rande die beiden Präsidenten zusammenkamen. Sie hätten – auch unter vier Augen – ausführlich darüber diskutiert, wie sie bei einer Reihe von Themen vorgehen könnten, berichtete Biden. „Unsere Teams werden ihre Gespräche fortsetzen und ich bin zuversichtlich, dass wir echte Fortschritte machen werden.“

Biden ging nicht ins Detail, worum es im Einzelnen ging. Eines der Problempunkte zwischen den Alliierten ist das russische S-400-Raketenabwehrsystem, das Erdoğan trotz des Widerstands der USA und der Nato beschafft hat – auch, weil es nicht zum Kauf des US-Raketenabwehrsystems „Patriot“ kam. Aus Sicht Washingtons gefährdet der Einsatz des Systems die Sicherheit von US-Soldaten und von amerikanischer Militärtechnologie. Es gibt eine Reihe weiterer Streitthemen. Biden hatte Erdoğan zudem im Wahlkampf öffentlich als Autokraten bezeichnet und die Unterstützung für die türkische Opposition angekündigt. Bei der kam das allerdings alles andere als gut an.

Erdoğan: Keine „unlösbaren Probleme“ zwischen Türkei und USA

Erdoğan bezeichnete das Gespräch als „konstruktiv“. Er glaube nicht, dass es irgendwelche „unlösbaren Probleme“ zwischen den beiden Ländern gebe, „Dialogkanäle“ sollten offen gehalten werden. Gleichzeitig wiederholte er seine Forderung nach mehr Unterstützung von Seiten der Nato-Partner für sein Land im Kampf gegen den Terrorismus und kritisierte die Unterstützung terroristischer Organisationen wie der PKK. Ein „unentschlossenes Verhalten“ werde den Terror nicht verschwinden lassen, sagte der Präsident der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Die Türkei kritisiert immer wieder die Unterstützung der USA für die Kurdenmiliz YPG in Syrien. Für Ankara ist die YPG der syrische Ableger der PKK, die in der Türkei, den USA und Europa auf der Terrorliste steht.

dpa/dtj