Archivfoto: Ein Palästinenser verbrennt Reifen während der Demonstration gegen israelische Siedlungen im Dorf Kafr Qaddum in der Nähe der Westbank-Stadt Nablus. Foto: Nasser Ishtayeh/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Dutzende radikale Palästinenser haben Berichten zufolge in der Nacht zum Sonntag das Josefsgrab in Nablus im Westjordanland attackiert.

„Das ist eine schwerwiegende Verletzung der Religionsfreiheit an einem der heiligsten Orte für jeden Juden“, schrieb Verteidigungsminister Benny Gantz auf Twitter. Die Stätte solle nun schnell repariert werden.

Nach der Überlieferung ist das Josefsgrab die letzte Ruhestätte der biblischen Gestalt Josef (türk.: Yusuf), Sohn des Patriarchen Jakob (türk.: Yakub). Juden, Christen und Muslime verehren das Grab gleichermaßen. Bereits in der Vergangenheit wurde es immer wieder zur Zielscheibe von Gewalt. Juden dürfen den Ort im Westjordanland nur mit Genehmigung betreten.

Lage in Palästina äußerst angespannt

Medienberichten zufolge waren in der Nacht rund 100 Palästinenser auf das Gelände eingebrochen. Dort sollen sie dann unter anderem den Grabstein zertrümmert und auch versucht haben, Räume auf dem Gelände anzuzünden, wie Ministerpräsident Naftali Bennett twitterte. Zur gleichen Zeit sollen israelische Soldaten laut Medienberichten palästinensische Terrorverdächtige im Westjordanland festgenommen haben.

Nach vier Anschlägen in Israel innerhalb von rund zwei Wochen ist die Lage äußerst angespannt. Erst am Donnerstag hatte ein Palästinenser aus dem Westjordanland in der Küstenmetropole Tel Aviv drei Menschen erschossen. Das Land befürchtet weitere Gewaltakte während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der Anfang April begonnen hatte. In einigen Tagen steht zudem das jüdische Pessachfest an.

dpa/dtj