Schüler der neunten Klasse malen in einem Gymnasium in Straubing (Niederbayern) das Wort «PISA» auf eine Tafel - dpa

Die 15-jährigen Schüler in Deutschland haben sich beim weltweiten Pisa-Schultest mit ihren Leistungen im oberen Mittelfeld behauptet. In Mathematik, Naturwissenschaften sowie im Lesen und Textverständnis erreichten sie Werte oberhalb des Durchschnitts der anderen Industrienationen. Auch die Zahl der leistungsschwachen Schüler ging in Deutschland leicht zurück.

Eindeutige Pisa-Sieger sind allerdings nach den am Dienstag veröffentlichen Ergebnissen erneut die Schüler aus den asiatischen Regionen Shanghai, Singapur, Hongkong und Taipeh. 15-Jährige aus diesen Ländern sind Gleichaltrigen aus Deutschland allein in Mathematik um zwei bis drei Schuljahre voraus. Aber auch die Schüler aus der Schweiz und den Niederlanden finden sich in der weltweiten Leistungstabelle unter den zehn Erstplatzierten.

Die Schüler in Deutschland erreichten in Mathematik 514 Punkte. Damit liegen sie 20 Punkte über dem Schnitt der anderen Pisa-Teilnehmer (494) – was einem Lernvorsprung von gut einem halben Schuljahr entspricht. In der für das Lernen so wichtigen Disziplin Lesen und Textverständnis ist der deutsche Vorsprung allerdings nicht so groß.

Pisa ist der weltweit größte Schulleistungstest. Er wird alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris vorgenommen. Weltweit nahmen 510 000 Schüler aus 65 Staaten teil. Aus Deutschland waren 5000 dabei.

Die amtierende Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat die Ergebnisse des neuen internationalen Pisa-Schulleistungsvergleichs als Zeichen einer erfolgreichen Entwicklung gewertet. „Deutschland hat sich nicht nur schocken lassen, sondern auch wecken lassen durch Pisa“, sagte sie am Dienstag in Berlin mit Blick auf den „Pisa-Schock“ im Jahr 2000.

Schulsystem komplett auf Pisa ausgerichtet

Deutschland hat sich nach Wankas Worten in allen Wissensgebieten über den OECD-Durchschnitt hinaus verbessert. In den Naturwissenschaften hätten deutsche Schüler den Aufstieg in die Spitzengruppe geschafft. In Mathematik seien mit Japan, Korea, den Niederlanden, Estland und der Schweiz „nur fünf Länder, die besser sind als Deutschland“. Die neuen Ergebnisse zeigten auch für die Leistungsschwächeren aus sozial benachteiligten Schichten „eine Aufstiegsdynamik in den letzten Jahren“.

Der „Pisa-Schock“ der ersten Studie von 2000 mit schlechten Ergebnissen für deutsche Schüler hatte für Aufregung und Geschäftigkeit gesorgt. Schulen wurden fortan „pisa-optimiert“, um weitere Ergebnisse dieser Art zu verhindern, Politiker forderten Maßnahmen, um Kinder frühestmöglich einem standardisierten staatlichen Bildungssystem anzupassen, andere versuchten wiederum, Einwandererkinder zu Sündenböcken für das schlechte Abschneiden zu stempeln. (dpa/dtj)