In der Türkei trafen sich am Donnerstag die Präsidenten der Turkstaaten entlang der alten Seidenstraße zu multilateralen Gesprächen.

Am Donnerstag kamen in Muğla die Präsidenten der sog. Turkstaaten entlang der historischen Seidenstraße zum vierten Gipfeltreffen des Rats der Türkischsprachigen Staaten zusammen. Neben dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül waren die Präsidenten von Aserbaidschan, İlham Aliyev, Kasachstans, Nursultan Nazarbayev, Kirgisistans, Almazbek Atambayev, sowie Gurbanguly Berdymuhamedov von Turkmenistan erschienen, um bilaterale Gespräche zu führen.

Die Präsidenten kamen überein, ihre Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen der Energie, des Tourismus und der Kultur zu intensivieren, wobei dem Thema der Schaffung neuer Verkehrsinfrastruktur entlang der historischen Seidenstraße das Hauptaugenmerk galt, die schon in früheren Zeiten diese Länder verband.

Präsident Gül unterstrich vor allem die Bedeutung des Tourismus für alle beteiligten Länder, auch in wirtschaftlicher und humanitärer Hinsicht. „Der Tourismus trägt dazu bei, dass Menschen einander besser kennen lernen und ihre Gemeinsamkeiten finden – weit über die kommerzielle Dimension hinaus“, betonte der Präsident. „Er ebnet den Weg zur Konsolidierung der humanitären Brücken und des Bandes der Liebe, die die turksprachigen Länder füreinander empfinden, sowie zur Bildung fruchttragender Partnerschaften.“ Aus diesem Grund sei es auch so wichtig, die Bande zwischen diesen Ländern weiter zu festigen, mit denen man Sprache, Kultur, Glauben, Werte und Geschichte teile.

Auch Türkischer Kulturrat will jährlich zusammenkommen

Ziel des Rates, der erstmalig 2009 in Naxçıvan zusammengetreten war, ist es, die wechselseitigen ökonomischen Bande zwischen den Mitgliedsstaaten zu intensivieren und die soziokulturelle Interaktion zu stärken. „Gemeinsam stehen wir, gemeinsam sind wir stärker“, sei die Idee hinter dem Zusammenschluss gewesen, so Gül. „Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit türkischen Ländern stärken und mit Hilfe der Länder in der Region neue Allianzen schaffen.“

Der Türkische Rat werde, so Gül, jährlich zusammenkommen, im nächsten Jahr werde Kasachstan der Austragungsort sein. Darüber hinaus traf Gül sich mit seinen Kollegen auch am 4. Juni am Rande des vierten Treffens der Internationalen Organisation für Türkische Kultur (TURKSOY) in Bodrum. TURKSOY verfügt über sechs souveräne Mitgliedsstaaten und acht nicht souveräne Staaten mit Beobachterstatus.

Zwischen der Türkei und den zentralasiatischen Staaten besteht eine historische Verbindung, die nach dem Zerfall der Sowjetunion zunehmend an Bedeutung wiedergewinnt. Die heute im Wesentlichen zu sieben Staaten gehörende Region „Turkistan“ wird auf Grund der dort lebenden turksprachigen Völker auch als die „Heimat“ oder das „Stammland der Turkvölker“ bezeichnet.