Erdogan und Putin - reuters

„Wir rechnen damit, dass die türkische Regierung das Projekt mit Steuerpräferenzen ausstattet und langfristige Stromeinkäufe garantiert“, sagte Präsident Wladimir Putin am Freitag in Strelna bei Sankt Petersburg bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Dabei verwies Putin darauf, dass türkische Unternehmen rund ein Viertel der Gesamtinvestitionen übernehmen werden.

Russland und die Türkei hatten sich bereits 2010 auf den Bau des Atomkraftwerks Akkuyu Mersin (an der türkischen Mittelmeerküste) geeinigt. Der russische Konzern Atomstromexport soll vier Druckwasserreaktoren des Typs WWER mit je 1,2 Gigawatt Leistung bauen.

Auch mit Blick auf die Energieversorgung verheißt das Zusammentreffen des russischen Präsidenten mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan am letzten Freitag in St. Petersburg Vielversprechendes. Putin hat die Pläne zum Baubeginn für den Seeabschnitt der zukünftigen Gaspipeline South Stream in der Türkei bekräftigt.

„Blue Stream“ transportierte 2012 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas

„Wir beginnen im Jahr 2014 mit dem Bau des Seeabschnittes der South-Stream-Gaspipeline im ausschließlichen Wirtschaftsgebiet der Türkei“, so Putin am Freitag in Strelna (bei Sankt Petersburg) in einer Sitzung des russisch-türkischen Kooperationsrates auf höchster Ebene.

Zur Zusammenarbeit im Energiebereich sagte Putin, durch die Rohrleitung „Blue Stream“, die über den Boden des Schwarzen Meeres verläuft, seien im vorigen Jahr 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert worden.

Wie Putin zuvor angemerkt hatte, sind die zwischen Russland und der Türkei bestehenden Differenzen in einigen Fragen nicht so bedeutend, dass sie zu einer Abkühlung der bilateralen Beziehungen führen können. „Wir arbeiten bei der Lösung regionaler und internationaler Schlüsselprobleme, darunter im Rahmen der UNO und der Zwanziger-Gruppe, zusammen“, so Putin. Auch die EU-Mitgliedschaft der Türkei war ein Thema. Angesprochen auf die Beitrittsbemühungen der Ukraine und der skeptischen Haltung Moskaus bemerkte Putin, man wolle von den Erfahrungen der Türkei mit der EU profitieren. Erdoğan entgegnete daraufhin, dass man diese gerne mit anderen Ländern teile, schließlich versuche man selbst, seit „fast 50 Jahren“ beizutreten.

Der türkische Premier erinnerte Putin schließlich an das Interesse der Türkei an der Shanghai Cooperation Organization: „Nehmt uns in die SCO auf und befreit uns von der Last der EU-Beitrittsverhandlungen.“ Russland ist zusammen mit der Volksrepublik China, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan Teil der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Erdoğan hatte in der jüngeren Vergangenheit die SCO immer wieder als Alternative für die EU ins Spiel gebracht. (dtj/RIA Novosti)