In Jalta fand das 4. Schwarzmeer-Wirtschaftsforum statt.

Während der 2-tägigen Veranstaltung auf der Krim-Halbinsel in der Ukraine diskutierten die Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres über mögliche Wege zu einer optimierten Wirtschaftskooperation. Dass Potenziale ungenutzt bleiben, stelle dabei das größte Erschwernis dar, waren sich die Beteiligten einig.

Mit der Eröffnungsrede des ukrainischen Premierministers Mykola Azarov wurde das Schwarzmeer-Wirtschaftsforum am Donnerstag feierlich eröffnet. In Azarovs Rede wurde deutlich, welch wichtige ökonomische Bedeutung man dem Schwarzmeer in der Region beimisst. So zog Azarov Parallelen zur historischen Jalta-Konferenz, die 68 Jahre zuvor am gleichen Ort stattfand und die Alliierten Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR) in den gleichen Hallen, in der das diesjährige Schwarzmeer-Wirtschaftsforum veranstaltet wurde, zusammenbrachte. „Damals wurden an diesem Ort Frieden und Stabilität für Europa beschlossen“, sagte Azarov. Für das 4. Schwarzmeer-Wirtschaftsforum wünschte sich der Premier für die Krim und die Ukraine eine erfolgreiche kommerzielle Kooperationen mit allen Ländern des Schwarzen Meeres.

Zur Teilnahme an der Konferenz waren Vertreter der Schwarzmeer-Staaten, ausländische Delegationen sowie Geschäftsleute aus verschiedenen Ländern eingeladen. Das 4. Schwarzmeer-Wirtschaftsforum fand unter dem Motto „Steigerung der Investitionen auf der Krim“ statt.

Schwarzmeer-Anrainerstaaten mit höheren Wachstumsraten als die EU

Der stellvertretende Wirtschaftsminister der Türkei, Murat Sever, zeigte sich in seiner Rede zuversichtlich: „Die Schwarzmeerländer wachsen seit Jahren schneller als die Europäische Union und trotzdem wurde das Potenzial der Region bisher noch nicht ausgeschöpft.“ Er fügte hinzu, dass die Türkei in der Ukraine einen entscheidenden Wirtschaftspartner sieht. Doch auch Sever betonte, dass die 1992 auf türkische Initiative gegründete Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSEC) bisher nicht ihren Zweck erfüllen konnte.

Andrey Lobatsch von der Stiftung Effective Governance, der am Freitag eines der Panels moderierte, verwies während seiner Rede auf den ukrainischen Präsidenten, der das Jahr 2014 zum Jahr der Infrastruktur-Projekte ernannte. Mit der rhetorischen Frage „Wer soll diese Projekte nur finanzieren?“ wies Lobatsch auf die Bedeutung eines Beitritts zur Freihandelszone der Europäischen Union hin. Mit europäischer Hilfe ließe sich die Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine innerhalb kurzer Zeit erkennbar optimieren.

Mehrere Redner betonten, dass die Ukraine und die 5 weiteren Anrainerstaaten enormes Potenzial im Tourismussektor aufweisen. So gab Beka Jakeli von der UN-Welttourismusorganisation an, dass 2012 insgesamt 94 Millionen Touristen aus der ganzen Welt die Schwarzmeerregion besuchten. Es werde erwartet, dass die Zahl der Besucher konstant weiter wachsen und die Region sich in eine Vier-Jahreszeiten-Tourismusattraktion wandeln würde.

Güniz Atış Azrak, Geschäftsführer des Istanbuler Kongress- und Ausstellungs-Centers, gab indessen bekannt, dass sich Istanbul auf Grund seiner globalen Erreichbarkeit zum am häufigsten besuchten Tourismus-Ziel in der Region entwickelt habe.