Symbolfoto: Eine afghanische Schülerin mit einem Hidschab. Foto: Bikas Das/AP/dpa

Die in Afghanistan regierenden Taliban haben neue Verhaltensregeln und Kleidungsvorschriften für Ministerien des Landes verordnet.

Den neuen Regeln nach sind weibliche Regierungsangestellte fortan dazu verpflichtet, den Hidschab zu tragen. Sollten sie das nicht tun, sei ihnen zu kündigen, hieß es in einer Anordnung des Ministeriums für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters, die am Montag an mehrere Ministerien und Behörden ausgegeben wurde. Frauen sollen außerdem getrennt von Männern arbeiten.

In Afghanistan tragen die meisten Frauen üblicherweise ein Kopftuch als Hidschab. Ältere Frauen oder Frauen in ländlichen Gebieten tragen zudem eine Burka, die den Körper vollständig verschleiert, wenn sie das Haus verlassen.

Ganzer Körper muss bedeckt sein

Auf die Frage, welche Art von Hidschab für Frauen gemeint sei, sagte der Sprecher des Ministeriums, Sadik Akif Muhadschir, es gehe darum, dass der Körper der Frau bedeckt sei, auch wenn sie eine Decke als Hidschab verwende. „Ist ihr Körper bedeckt, spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Burka, einen arabischen Hidschab oder einen großen Tschador (Schal) handelt, sie alle sind Hidschab.“

Die Anordnung sieht weiterhin vor, dass die Anstellung von Minderjährigen und Männern ohne Bart in Regierungsbehörden „ernsthaft zu verbieten“ sei. Männliche Regierungsbeamte sollten gemeinsam beten. Korruption sei zu unterbinden.

Die Taliban haben seit ihrer Machtübernahme im vergangenen Sommer eine Reihe von Verhaltens- oder Kleidungsvorschriften für die Bevölkerung erlassen. Das Ministerium für die Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters etwa ordnete Taxifahrern an, Frauen ohne Hidschab nicht mitzunehmen. Für längere Fahrten müssten sie auch mit einem männlichen Verwandten reisen. Männer wurden dazu angehalten, keine Jeans, sondern einheimische Kleidung zu tragen.

dpa/dtj