Experten sprechen auf der Abant-Plattform über das Thema

In einer elf Punkte umfassenden Abschlusserklärung setzten die Teilnehmer dabei ein eindeutiges Signal für sunnitisch-alevitische Partnerschaft. Unter anderem einigte man sich auf die Notwendigkeit der Aufarbeitung historischer Ereignisse, um damit Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft zu schaffen.

Zudem appellierten die Teilnehmer an die Politik, eine neue gesetzliche Grundlage für den Status der Cemevi, der alevitischen Versammlungs- und Gotteshäuser, zu schaffen. Auch soll das Alevitentum in den bisherigen Religionsunterricht einfließen und darüber hinaus als Wahlfach angeboten werden.

Das Amt für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei (Diyanet) solle umstrukturiert und anderen religiösen Gruppierungen die Gelegenheit zur Selbstorganisationen gegeben werden. Gleichermaßen müsse der Diskriminierung der Aleviten im öffentlichen Raum entschieden entgegengewirkt werden.

„Dialog auch in Deutschland fortführen“

Die Abant-Plattform ist Teil der türkischen „Journalists‘ and Writers‘ Foundation“, die der weltweit tätigen Hizmet-Bewegung nahesteht. In Deutschland werden von Gülen inspirierte Menschen von der Stiftung Dialog und Bildung i. Gr. vertreten. Deren Vorsitzender, Ercan Karakoyun, begrüßt das eindeutige Signal für sunnitisch-alevitische Partnerschaft: „Wenn ein solcher Dialog trotz schwieriger geschichtlicher Hintergründe in der Türkei angestoßen werden kann, sollte dieser auch in Deutschland fortgeführt werden“, sagte er DTJ gegenüber.

Die dreitägige Tagung der Abant-Plattform fand vom 13. bis 15. Dezember in Bolu (Nordtürkei) statt. Die Plattform brachte bei dieser Gelegenheit über 150 Wissenschaftler, Journalisten und Intellektuelle von alevitischer und sunnitischer Seite sowie auch Offizielle des Diyanet zusammen.

Die Plattform wurde 1998 in der Türkei gegründet. Mit ihren regelmäßigen Konferenzen ermöglicht die Plattform Intellektuellen, zu kontroversen Themen miteinander ins Gespräch zu kommen. Ziel ist, die Demokratie in der Türkei durch den Dialog verschiedener Interessengruppen und zivilgesellschaftlicher Akteure zu stärken.