06.04.2022, Ukraine, Butscha: Menschen gehen an zerstörten russischen Panzern vorbei. Foto: Felipe Dana/AP/dpa

Die türkische Regierung hat eine unabhängige Aufklärung der Kriegsgräuel in Butscha und anderen ukrainischen Städten gefordert.

Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums vom Mittwoch. Die Bilder des „Massakers“ seien entsetzlich. „Wir teilen den Schmerz des ukrainischen Volkes.“

Weltweit sorgen seit dem Wochenende Bilder für Entsetzen, die Leichen auf den Straßen der unweit von Kiew gelegenen Stadt Butscha zeigen. Sie sind aus Sicht der ukrainischen Regierung Beweis für die gezielte Tötung von Zivilisten und damit für Kriegsverbrechen. Moskau bestreitet das und spricht von „Fälschung“ – allerdings ohne Belege vorzulegen. Aus der ukrainischen Stadt Irpin waren bereits zuvor Gräueltaten gemeldet worden.

Türkei rechnet mit weiteren Gesprächen

Die Türkei rechnet derweil mit einer Fortsetzung der direkten Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland.

Man erwarte weitere Treffen in der Türkei, möglicherweise erst zwischen den Verhandlungsteams und dann zwischen den Außenministern, sagte Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Mittwoch am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. Beide Seiten hätten auch zugestimmt, dass die Präsidenten zusammenkommen könnten.

Butscha beschädige „relativ positive Atmosphäre“

Zugleich räumte Çavuşoğlu ein, dass die Bilder von mutmaßlich von Russen verübten Kriegsverbrechen in der ukrainischen Stadt Butscha, wo Hunderte Zivilisten ermordet wurden, und aus anderen Regionen die bis dahin „relativ positive Atmosphäre“ beschädigten. Man sei aber noch immer hoffnungsvoll und vorsichtig optimistisch, sagte er.

Die Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen fanden zuletzt in der Türkei statt. Am Mittwoch bot zudem auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die Hauptstadt Budapest als Gastgeber für Waffenstillstandsverhandlungen an.

dpa/dtj