„Wir erwarten den Transfer am Montag. Diese 5 Millionen sind ein Teil jenes 10-Millionen-Dollar-Fonds, bezüglich dessen sich die türkische Regierung bereit erklärte, ihn der palästinensischen Autonomiebehörde zur Verfügung zu stellen. Die anderen 5 Millionen Dollar werden innerhalb des nächsten Monats transferiert werden”, sagte Maarouf Today’s Zaman. Er fügte hinzu, dass das Geld genutzt werden würde, um die privaten Grundstücke von den derzeitigen palästinensischen Besitzern zu enteignen und in weiterer Folge eine industrielle Zone in der Stadt Jenin in der nördlichen Westbank zu gründen.

„Dieser Fonds wird den Aufbau und Betrieb einer industriellen Zone in Jenin erlauben. Die Arbeit für die Infrastruktur der industriellen Zone wird beginnen, sobald der Kauf des Landes vollendet ist”, sagte Maarouf. Die türkische Regierung und die PA hatten im Oktober 2011 einen Vertrag unterzeichnet, im Rahmen dessen die Türkei sich einverstanden erklärt hatte, 10 Millionen Dollar zu bezahlen, um das Land in Jenin zu kaufen und eine industrielle Zone zu errichten. Maarouf bemerkte, dass die Türkische Union der Kammern und Börsen (TOBB) für das Projekt verantwortlich sei.

Der TOBB-Vorsitzender Rıfat Hisarcıklıoğlu erwähnte die Idee, eine industrielle Zone in Gaza zu bauen, zum ersten Mal im Jahre 2005. Der ursprünglich anvisierte Ort für das Projekt wurde später geändert und man entschied sich für Jenin an der Grenze zwischen Israel und Palästina.

Ende November 2013 gab es einige Probleme mit Israel, als die TOBB und die palästinensische Regierung einen Vertrag unterzeichneten, im Zuge dessen eine eine Million Quadratmeter große Fläche der TOBB zugewiesen werden solle.

In der industriellen Zone in Jenin sollen künftig 6000 Palästinenser eine Beschäftigung finden. Zudem soll sie türkische Industrielle anziehen, die von dem zoll- und quotenfreien Handel des Staates Palästina profitieren können.

Beobachtern zufolge soll das Projekt Produkte in Jenin produzieren, die dann über den israelischen Hafen Haifa global vermarktet werden sollen. Dies soll helfen, die diskriminierenden Richtlinien der israelischen Zollbehörden, welche palästinensische Geschäftsmänner lange erdulden mussten, abzumildern.

Das PA-Budget hängt stark von der Auslandshilfe ab, während israelische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und des Handels das Wirtschaftswachstum stark beeinflussen.

Die Mehrheit der internationalen Hilfe an die PA kommt aus den USA und Europa, in den vergangenen Jahren haben aber auch arabische Länder und die Türkei mit hohen Summen die PA finanziell unterstützt.

Türkische Geschäftsleute engagieren sich auch privat in Palästina. Yavuz Eroğlu sorgte mit seiner Plastikfirma SEM, die aus Kunststoff Lebensmittelverpackungen herstellt, und diese mit dem Aufdruck „Made in Palestine“ versieht, im vergangenen Jahr für Aufsehen.