Türkei will mit 112 Großprojekten dem Abschwung entgegenwirken

In der Başkent Volleyball Arena in Ankara stellte Erdoğan den Anwesenden viele jener 112 Projekte vor, die im Laufe der nächsten Jahre in Angriff genommen werden sollen, darunter Staudämme, Bewässerungsanlagen, Hochwasserschutz- und Wasserversorgungssysteme, Bewaldungsmaßnahmen, Wetterstationen und Umweltschutzprojekte. „Durch diese Projekte können insgesamt 2,4 Millionen Hektar Land bewässert, etwa 8,4 Milliarden Kilowatt-Stunden Strom erzeugt und 614 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden“, sagte der türkische Ministerpräsident.

Erdoğan wies darauf hin, dass von den Gesamtkosten von 8,96 Milliarden Dollar etwa 1,9 Milliarden Dollar durch die kurzfristigen Vorteile der Projekte eingespart werden. Durch die Einführung von hochentwickelten Wasserfilterungsanlagen könne „recyceltes“ Wasser beispielsweise für Garten und Parkanlagen verwendet werden, anstatt wie zuvor Trinkwasser aus öffentlichen Leitungen.

Unter den 112 Projekten befinden sich auch zahlreiche Projekte aus privater Hand, so etwa 26 geplante Kraftwerke. „Der Bau der Staudämme zielt auf die Verminderung der Abhängigkeit der Türkei von ausländischen Energiequellen ab“, sagte Erdoğan.

Staatliche Investitionen in heimische Projekte wuchsen in einem Jahr um 11,2 Prozent

Die Investitionen für die 16 Staudämme belaufen sich nach Angaben des Ministerpräsidenten auf ca. fünf Milliarden Türkische Lira (TL). „Der Deriner-Staudamm in Artvin kostet zweieinhalb Milliarden TL und es werden schätzungsweise 2,1 Millionen Kilowatt-Stunden Strom pro Jahr damit erzeugt. Darauf folgt der Süreyyabey-Staudamm in Yozgat, dessen Kosten sich auf 530 Millienen TL belaufen werden. Des Weiteren sind noch der Atasu-Staudamm in Trabzon, der Köprübaşı-Staudamm in Bolu, der Demirözü-Staudamm in Bayburt und der Bağbaşı-Staudamm in Konya sowie das sog. „Blue Tunnel Projekt“ in Konya geplant. Insgesamt werden 16 Staudämme im Wert von 5,9 Millionen TL errichtet werden“, gab Erdoğan bekannt.

Durch den Einsatz der Wasserfilterungsanlagen sollen ca. drei Millionen Menschen in Istanbul mit Trinkwasser versorgt werden.

Die türkische Wirtschaft flaute zu Beginn dieses Jahres etwas ab, nachdem sie in den letzten beiden Jahren ein rasantes Wachstum zu verzeichnen hatte. Die neuesten Zahlen des Türkischen Instituts für Statistik (TurkStat) vom Montag ergaben, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Türkei im dritten Quartal um 1,6 Prozent zurückging im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2011. Die Investitionen aus der öffentlichen Hand wuchsen in der Türkei im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 Prozent.