17.02.2022: Innenminister Süleyman Soylu hat Medienmacher eingeladen, um über die Migrationsprojekte zu sprechen. Foto: İçişleri Bakanlığı

Nach den rassistischen Übergriffen in Ankara hat die türkische Regierung dort ein Projekt zur Umsiedlung von Syrern begonnen.

Im Rahmen des Programms sollten Menschen aus Regionen, in denen viele syrische Staatsbürger lebten, in andere Landesteile umziehen, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansı (DHA) am Freitag. Im vergangenen August wurden dort Menschen syrischer Herkunft, ihre Geschäfte und Häuser angegriffen. Hunderte Menschen zogen damals durch den Bezirk, warfen Steine auf Wohnungen, in denen sie Syrer vermuteten, und plünderten Läden.

Die Teilnahme an dem sogenannten „Verdünnungsprojekt“ sei freiwillig und ist laut DHA noch in der Pilotphase, soll planmäßig aber auf das Land ausgeweitet werden. Bisher seien 4514 Menschen umgesiedelt und mehr als 300 verlassene Gebäude bereits abgerissen worden.

Obergrenze für Syrer

Innenminister Süleyman Soylu sagte am Donnerstag, in Regionen, in denen Syrer 25 Prozent der Bevölkerung ausmachten, werde der Zuzug weiterer Ausländer nicht mehr erlaubt. Ausnahmen würden für Kranke, getrennte Familien und Studierende gemacht.

Die Stimmung gegen Syrer und andere Ausländer im Land hat sich in den vergangenen Monaten stark aufgeheizt. In der Türkei leben laut dem Innenministerium 3,7 Millionen geflüchtete Menschen aus Syrien, hinzu kommen Hunderttausende weitere Migranten etwa aus Afghanistan.

dpa/dtj