Archivfoto: Die beiden Fackelläufer, die uigurische Langläuferin im chinesischen Team, Dinigeer Yilamujiang (l), und der Nordische Kombinierer Zhao Jiawen, stehen mit der Olympischen Fackel bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2022. Der einstige uigurische Fackelläufer der Sommerspiele 2008 hingegen sitzt in China in Haft. Foto: Cao Can/XinHua/dpa

Ein uigurischer Fackelläufer, der das olympische Feuer 2008 für die Sommerspiele in Peking getragen hatte, sitzt einem Medienbericht zufolge eine 14-jährige Haftstrafe ab.

Wie der US-Sender Radio Free Asia (RFA) kürzlich unter Berufung auf lokale Polizeiangaben berichtete, wird Adil Abdurehim vorgeworfen, „konterrevolutionäre Videos“ geschaut zu haben.

Das einst treue Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas sitze demnach bereits seit fünf Jahren in Haft. Als Mitarbeiter des Kultur- und Sportamtes des Bezirks Saybagh in Ürümqi, der Hauptstadt der Region Xinjiang, habe Abdurehim das olympische Feuer 2008 durch seinen Stadtteil getragen, berichtete RFA.

Auch 2022 missbraucht China Uiguren für seine Propaganda

Die Nachricht folgt auf den Auftritt der uigurischen Skilangläuferin Dinigeer Yilamujiang bei der Eröffnung der Winterspiele in Peking, wo sie mit dem Nordischen Kombinierer Zhao Jiawen die olympische Flamme entzündet hatte. Ihr Einsatz wurde als „politische Show“ der chinesischen Führung kritisiert, um internationale Vorwürfe über eine Unterdrückung der muslimischen Minderheit zurückzuweisen.

Hunderttausende muslimische Uiguren sind Menschenrechtlern zufolge in Xinjiang in sogenannte Umerziehungslager gesteckt worden. Es gibt unzählige Berichte über Folter, Misshandlungen und ideologische Indoktrinierung.

dpa/dtj