Mit Tschador und Hidschab gekleidete Frauen gehen an einer dekorierten Wand im iranischen Teheran vorbei. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Im Iran haben Aussagen des Zentralbankchefs über Kleidungsvorschriften Wirbel ausgelöst.

Wie die Tageszeitung „Hamschahri“ berichtete, kündigte Zentralbankchef Ali Saleh Abadi an, künftig Frauen mit schlecht sitzendem Kopftuch nicht mehr bedienen zu wollen. Die Behörden teilten jedoch mit, Bürgerinnen und Bürger nicht in Kategorien einteilen zu wollen.

Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten strenge Kleidungsvorschriften im Iran: Frauen müssen etwa ihre Haare bedecken. In der Hauptstadt Teheran sieht man insbesondere in reicheren Stadtviertel jedoch, dass Frauen ihr Kopftuch nur locker auf dem Hinterkopf tragen – zum Ärger erzkonservativer Politiker. Die konservative Regierung unter Präsident Ebrahim Raisi und Hardliner im Parlament versuchen seit Monaten, die islamischen Vorschriften strenger umzusetzen. Die Sittenpolizei setzt die Kleidungsvorschriften teils auch mit Gewalt durch.

Bereits am Wochenende hatten Medienberichte rund um das Thema Empörung verursacht. Demnach sollen Frauen künftig nicht mehr in Werbeclips erscheinen. Von offizieller Seite wurde die Ankündigung nicht bestätigt. Hintergrund der Debatte ist Werbung im Internet, in der vermehrt Frauen auch ohne Kopftuch in Szene gesetzt werden. Öffentlich dargestellte „weibliche Reize“ werden von der religiösen Schicht im Land als unmoralisch bis hin zu obszön ausgelegt. Vor wenigen Wochen wurde auch ein Werbeclip für eine bekannte Eismarke breit diskutiert, in dem eine Frau genüsslich Eis isst.

dpa/dtj