Eine Bohrinsel vor der zyprischen Nordküste.

Erstmals seit Mai wollen sich am Montag in Nikosia die Präsidenten der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Derviş Eroğlu, wieder treffen. Dies bestätigte am Freitag ein Sprecher der Regierung in Nikosia.

Die Vereinten Nationen versuchen, die seit 2012 ins Stocken geratenen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns wieder in Gang zu bringen. Es sei ein „Schub notwendig“, damit die Gespräche wiederbeginnen, um endlich eine Lösung finden zu können, erklärte Regierungssprecher Christos Stylianides.

Kernproblem der Zypern-Verhandlungen sind die unterschiedlichen Vorstellungen beider Seiten über die Staatsform Zyperns nach einer Wiedervereinigung. Die griechischen Zyprer streben eine Föderation zweier Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung an. Die türkischen Zyprer wollen dagegen eine lose Konföderation zweier unabhängiger Staaten.

Außerdem besteht zwischen den beiden Teilen Zyperns bislang Uneinigkeit über die Ausbeutung der vor der Küste Zyperns liegenden Öl- und Gasvorkommen.

Der griechische Teil Zyperns, der immer noch durch eine Wirtschaftskrise belastet ist, hofft Dank der Öl- und Gasvorkommen langfristig auf Gewinne aus dem Rohstoffexport. Die Regierung des griechischen Teil Zyperns beantragte Ende März finanzielle Unterstützung für die Errichtung einer modernen Energieinfrastruktur, darunter auch eigener Flüssiggasterminals. Diese hochmodernen Anlagen würden einen eigenständigen Export des kostbaren Rohstoffs ermöglichen.

Ankara warnte jedoch in scharfer Form davor, die Finanzkrise mit einem Verkauf von beiderseits beanspruchten Gasvorkommen bewältigen zu wollen und pocht darauf, dass auch türkische Zyprer „Mitbesitzer“ der Insel sind.

Der Vorschlag der Regierung des türkischen Teils sieht vor, das Erdgas mittels Pipelines durch die Türkei nach Europa zu pumpen, anstatt es auf Zypern verflüssigen und anschließend mit Schiffen zu transportieren.